Reitstall Gut Burghof
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Pflanzenschutzgerät bei der Vollblütenbehandlung im Raps

Endlich Regen....

 

Am Sonntag und am Donnerstag dieser Woche sind insgesamt 28 Liter Niederschlag je Quadratmeter gefallen. Für Getreide und Raps zwar noch viel zu wenig, trotzdem ausreichend, um den Beständen den Stress zu nehmen. Auch der "Stress der Landwirte" wird somit reduziert... Die noch nicht gekeimten Rübensamen werden nun keimen und mit steigenden Temperaturen werden hoffentlich noch einige Rüben auflaufen. Für die in der letzten Woche aufgebrachten Bodenherbizide (vgl. letzter Bericht) bieten sich nun optimale Bedingungen und die Wirkung wird bald einsetzen und somit die erste Unkrautwelle unterdrücken. Bei passender Witterung wird in der kommenden Woche die zweite Behandlung folgen.

 

Eine wichtige Pflanzenschutzmaßnahme in dieser Woche war die Vollblütenbehandlung im Raps. Hierbei handelt es sich um eine Behandlung gegen Sklerotinia (Weißstängeligkeit). Diese Krankheit kann Ertragsverluste von bis zu 30 Prozent verursachen. Der Pilz befällt den Stängel und zerstört das innen liegende Gewebe und die Leitungsbahnen, so dass die oberhalb liegenden Bereiche absterben, die Pflanzen notreif werden und keine Schoten bzw. Körner ausbilden. Die Krankheit tritt nicht in jedem Jahr auf. Wechselfeuchte Bedingungen (Schauerwetter, starker Tau) und Temperaturen von über 20° C zur Blüte begünstigen den Befall. Zusätzlich erreichen wir mit der Behandlung physiologische Effekte, da die Bestände länger grün bleiben und so höhere Ölgehalte erzielen und eine verbesserte Schotenplatzfestigkeit aufweisen. Bei einer reifen Rapspflanze besteht die Gefahr des Ausfallens der Körner aus aufplatzenden Schoten (hauptsächlich die oberen Schoten eines Bestandes). In der Vollblüte behandelte Bestände bieten ein zeitlich größeres Erntefenster ohne dass Verluste zu befürchten sind. So bleibt Zeit, um auch die unten liegenden Schoten abreifen zu lassen. Diese haben einen relativ höheren Anteil am Gesamtertrag. Somit ist die Behandlung auch in Nicht-Befallsjahren immer wirtschaftlich.

 

Mit der Vollblütenbehandlung ist der Raps nun als erste Kultur "fertig". Obwohl er noch 9-10 Wochen im Feld steht, sind alle produktionstechnischen Maßnahmen abgeschlossen und damit unser Einfluß auf den Erfolg erschöpft. Jetzt gilt es, die Ernte gut zu vermarkten - steigende Kurse an den Warenterminbörsen (diese Woche über 300 Euro je t) sind derzeit vielversprechend!

 

 

07.05.2010, Jan Schimana

Bislang sind die immer wieder angekündigten Niederschläge ausgeblieben. Da zumindest die Temperaturen wieder angestiegen sind und die im vorletzten Bericht beschriebene Düngung nun wirkt, sind die Getreidebestände wieder "grün geworden". Der im Oktober gesäte Weizen befindet sich zur Zeit in einem Entwicklungsstadium, in dem die Pflanze im Überschuß angelegte Kornanlagen reduzieren. . Je größer der Wassermangel zu diesem Zeitpunkt ist, umso mehr Kornanlagen werden reduziert. Daher brauchen die Bestände dringen Regen.
 
Der Schwerpunkt der Feldarbeiten in dieser Woche lag auf der ersten Unkrautbehandlung in Zuckerrüben. Obwohl wegen der Trockenheit erst ca. 60 - 70 Prozent der Rüben aufgelaufen sind, stehen bereits erste Unkräuter im Feld. Die Herbizide (= Mittel mit Wirkung auf Unkräuter) wirken in der Summe etwa zu einem Drittel über die Blätter und zu zwei Drittel über den Boden bzw. die Wurzeln. Die Bodenwirkung tritt nur ein, wenn der Boden ausreichend feucht ist und die Pflanzen Wasser und damit Wirkstoff aufnehmen. Unter derart trockenen Bedingungen ist die Unkrautbehandlung also zum einen problematisch, weil die Bodenwirkung nicht einsetzt, solange kein Regen fällt und zum anderen weil die Unkräuter, die bereits aufgelaufen sind, aus großer Bodentiefe (5-6 cm) keimen und daher bereits sehr robust sind. Ebenso verfügen die Pflanzen über eine ausgeprägte Wachsschicht, die die Wirkstoffaufnahme über das Blatt verringert. In feuchteren Witterungsphasen ist diese weniger ausgeprägt. Also muss die "Blattaktivität erhöht werden". Dies erreichen wir durch eine höhere Dosierung der über das Blatt wirkenden Wirkstoffe und durch Zugabe eines Additivs in Form von Rapsöl. Das Rapsöl nimmt dem Wasser die Oberflächenspannung und verhindert so ein Ablaufen der Wirkstoffe. Bei derartigen Behandlungen ist jedoch Vorsicht geboten, da sie auch die kleinen Zuckerrüben treffen. Es gilt also wieder einmal, einen Kompromiß zwischen Wirtschaftlichkeit, Wirksamkeit und Verträglichkeit für die Kulturpflanzen zu finden.
 
Beim Landwirtschaftlichen Informationsdienst Zuckerrübe findet der Interessierte weitere Details zu diesem anspruchsvollen Teil der Produktionstechnik.
 
 
 
01.05. 2010, Jan Schimana

 

Kein Regen in Sicht...

 

In den letzten Tagen haben sich unsere Pflanzenbestände leider nicht "erholen" können. Zum Trockenstress kamen teilweise noch leichte Nachtfröste hinzu, die besonders für den Raps, der sich am Beginn der Blüte befindet, nachteilig sind. Das im letzten Bericht beschriebene "verhaltene Wachstum" scheint mittlerweile in Stagnation überzugehen und in einigen Beständen (Ende November gesäter Weizen mit noch schwachem Wurzelwerk) sind Ertragsverluste definitiv vorprogrammiert, falls der Langfrist-Wetterbericht zutrifft. Demnach soll bis weit in den Mai kein Niederschlag fallen. Es ist extrem frustrierend, wenn man nur zusehen kann, wie das, wofür hohe persönliche und finanzielle Vorleistung erbracht wurde, zu mißlingen droht. Da will die Freude am "schönen Wetter" einfach nicht aufkommen...

 

Heute wurde unser Pflanzenschutzgerät der alle 2 Jahre vorgeschriebenen amtlichen Kontrolle unterzogen. Hier wird der allgemeine technische Zustand des Gerätes, Dichtheit der Leitungen und die Leistung der Pumpen überprüft. Auf einem Prüfstand, der so breit ist wie die ausgeklappte Maschine (27 m), wird über einen Messwagen (vgl. Bild) der Flüssigkeitsausstoß jeder einzelnen Düse sowie die Gleichmäßigkeit der Querverteilung gemessen und von einem Computer graphisch dargestellt. Mit einem Variationskoeffizienten von 5,39 Prozent und keinem Wert der 54 Düsen außerhalb der Toleranz hat unsere Maschine ihre Einsatztauglichkeit unter Beweis gestellt. Das Vorliegen der Prüfberichtes und das Siegel auf der Maschine sind Bestandteil verschiedener Verpflichtungen, die jeder landwirtschaftliche Betrieb zu erfüllen hat, der EU-Beihilfen bezieht.

 

23.04.2010,  Jan Schimana

 

 

1. Bild: Bodenbearbeitung und Rübenaussaat auf Gut Vogelsang
Vom 10.04. bis zum 15.04. haben wir unter optimalen Bedingungen alle Zuckerrüben gesät. Wir haben drei verschiedene Sorten im Anbau, die unterschiedliche Eigenschaften bzw. Eignungen hinsichtlich Erntetermin, Resistenzeigenschaften und Qualität aufweisen. Die pillierten Rübensamen (Bild) werden in 45 cm Reihen alle 21 cm abgelegt. Je Hektar werden 106.000 Samenkörner ausgebracht, aus denen (hoffentlich) 85.000 - 90.000 Pflanzen wachsen. Leider macht aktuell die Trockenheit bereits Probleme. Der Aufgang der Zuckerrüben wird sich verzögern. Obwohl die Samen auf die "wasserführende Schicht" abgelegt sind, hat der starke Ostwind die obere Bodenschicht teilweise so extrem durchgetrocknet, dass die Samen trocken liegen. Auch die Temperaturen sind derzeit wegen der kalten Nächte nicht optimal für einen zügigen Feldaufgang.
 
Ebenso benötigen Getreide und Raps mittlerweile dringend Regen und Wärme. Die Rapsblüte beginnt. Von diesem Zeitpunkt bis zur Abreife ca. Mitte Juni muss ein Rapsbestand ca. 300 l Wasser je Quadratmeter aufnehmen und "hochpumpen", um einen guten Ertrag mit hohem Ölgehalt zu bringen. Das ist etwa die Hälfte der jährlichen Niederschlagsmenge in unserer Region! Ein wassergesättigter Boden kann ca. 200 l davon liefern - derzeit ist leider kaum noch pflanzenverfügbares Wasser im Boden also müsste von heute bis Juni fast 50 % des Jahresniederschlages fallen - unwahrscheinlich...
 
Die Getreidebestände werden momentan hell, teilweise gelb. Letzteres ist primär sortenbedingt. Wegen der Bodentrockenheit fehlt die Nährstoffaufnahme über die Wurzeln. Durch die kalten Nächte und Temperaturschwankungen Tag/Nacht von derzeit 15-20 Grad zeigen die Bestände Stresssymptome (Vergilbung, violette Blattspitzen). Momentan bringen wir daher die 2. Stickstoffgabe mit Flüssigdünger "über das Blatt" aus, um so zumindest eine Teilwirkung zu erreichen. Eine nachhaltige Nährstoffaufnahme durch die Wurzeln wird leider erst wieder bei höherer Bodenfeuchte möglich.
 
Trotzdem findet ein verhaltenes Wachstum statt, so dass wir gezwungen sind, die notwendigen Maßnahmen der Bestandesführung durchzuführen. Im Getreide war das in den letzten 10 Tagen der Einsatz von Wachstumsregulatoren. Dies sind Wirkstoffe, die in den Hormonhaushalt der Pflanze eingreifen und die Halme kürzer und somit stabiler (größerer Halmdurchmesser und dickere Halmwände) und standfester machen. Ohne diese Mittel  würden unsere Bestände bei starkem Regen und Wind "umfallen". Mehr hierzu vor der Ernte. Leider hemmen die Wachstumsregulatoren auch das Wurzelwachstum und sind daher in Stressphasen (Trockenheit und Kälte) nur mit Fingerspitzengefühl und reduziert einzusetzen. Für eine optimale Einkürzungswirkung hingegen sind die aktuellen Temperaturen wegen der kalten Nächte derzeit zu gering. Wo der Kompromiß zwischen Verträglichkeit und Wirkungsoptimum liegt, kann uns niemand sagen. Wie oft im Pflanzenbau hilft es nur, eine Entscheidung zu treffen, zu beobachten, auf optimales Wetter (heute Regen und Wärme...) zu hoffen und vor allem immer und immer wieder neu zu lernen...
 
2. Bild: Optimal in die wasserführende Schicht abgelegtes Rübensaatgut
Endlich gutes Wetter!
 
Seit einigen Tagen haben wir die ersehnte stabile Witterungsphase. Wie "befürchtet" fallen wichtige Maßnahmen in verschiedenen Kulturen nun zusammen. Mit der Aussaat der Zuckerrüben konnten wir am 10.04. beginnen und werden dafür ca. 5 Tage benötigen. Weil unsere Arbeitstage zur Zeit sehr lang sind, fällt dieser Bericht sehr kurz aus.....
In den vergangenen Tagen hat sich kein Frühjahrswetter eingestellt. Niedrige Temperaturen, Regenschauer und teilweise sehr starker Wind machten Pflanzenschutzmaßnahmen fast unmöglich. Da die Vegetation Entwicklungsrückstande, wie sie sich derzeit mit 10 -14 Tagen darstellen, erfahrungsgemäß sehr schnell kompensieren kann, befürchten wir, dass mit der nächsten Schönwetterperiode viele entscheidende Maßnahmen in Gerste, Weizen und Raps zeitgleich anstehen. Daher haben wir die vergangenen Tage für eine gründliche Planung der folgenden Arbeitsschritte und zur Pflege unserer Maschinen genutzt, um mit den nächsten Sonnenstrahlen startklar zu sein.
 
Der Übergang in den "Langtag" (mehr als 12 Std. Licht) ist für die Getreidebestände ein sehr wichtiger Zeitpunkt. Die "generative Phase" (Anlage der Ertragsorgane - Ähren mit Blütenständen und Kornanlagen) ist jetzt bereits abgeschlossen und die "vegetative Phase" beginnt. Dies zeigen die Pflanzen mit dem Beginn des "Schossens" also mit dem Längenwachstum, welches bei der Gerste bereits zu erkennen ist. Zum jetzigen Zeitpunkt beinhaltet jeder Halm also schon eine "fertige Ähre", die sich in den kommenden Wochen entwickelt.
 
Am vergangen Donnerstag wurden auf allen Flächen, auf denen zur Ernte 2011 Zuckerrüben angebaut werden, Bodenproben gezogen. Die Böden werden durch die LUFA auf die Grundnährstoffe Phosphor, Kalium und Magnesium sowie auf den pH-Wert und den Humusgehalt hin untersucht. In etwa 3 Wochen werden wir die Ergebnisse erhalten und können dann eine bedarfsgerechte Planung der Grunddüngung auf diesen Flächen für die nächsten drei Jahre vornehmen.
 
Stand 04.04.10                                                 Jan Schimana
 
"Wenn das Wetter mitspielt, könnte die Braugerste in 2-3 Wochen so aussehen..."
 
Mittlerweile haben alle Getreide- und Rapsbestände die erste Düngung mit flüssigem Stickstoff- und Schwefeldünger erhalten, und durch die gestiegenen Temperaturen hat das Wachstum eingesetzt, was sich am Wiederergrünen der durch den langen Winter teilweise geschwächten Pflanzen zeigt.
 
In dieser Woche haben wir die wenigen schönen und trockenen Tage genutzt, um die Sommerbraugerste auszusäen. Sofort nach der Saat bekommt die Braugerste eine reduzierte Stickstoffdüngung. Diese wird nicht am Ertrag, sondern an der Qualität orientiert. Um eine gute Malzqualität zu erzielen, darf der Eiweißgehalt im Korn nicht über 10,5 % liegen, daher wird die Braugerste nur sehr verhalten mit Stickstoff versorgt.
 
Für die Aussaat der Zuckerrüben benötigen wir nun eine stabile und trockene Wetterperiode, damit die Böden abtrocknen und sich ausreichend erwärmen.
Stand 28.03.2010 ....                                               Jan Schimana
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