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Geschichte "Gut Burghof"
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Wer sein Pferd im Burghof eingestellt hat, erfreut sich nicht nur an der pferdegerechten Haltung, die hier angeboten wird, sondern wahrscheinlich auch an dem besonderen Flair, dass die Reitanlage durch den alten Gutshof gewinnt. Warum dies ein ganz besonderer Hof ist, wollen wir Ihnen in unserem kleinen geschichtlichen Rückblick nun etwas näher bringen.

Die Geschichte des Burghofes können wir dank alter Pachtverträge und wertvoller Aufzeichnungen bis ins 12. Jahrhundert zurückverfolgen.
Der „borchgraven hoff zu Wedderstorp“ oder auch „Curtis Capitolii“ gehörte, bevor er 1396 an das Kölner Stift St. Maria im Capitol veräußert wurde, zum Besitz der Grafen von Aremberg und später des hoch angesehenen Kölner Heinrich von der Heiden. Der Name „borchgraven hoff“ könnte in die Irre führen, war der uns heute als Gut Burghof bekannte Gutshof zu keiner Zeit Teil einer Burg.

400 Jahre lang sind die Damen des adligen Stiftklosters im Besitz des Gutes gewesen. Von da an wechselte der Burghof wiederholt den Eigentümer, bis Napoleon den Gutshof verstaatlichte. Es vergingen noch einige Jahre, in denen der Burghof noch oft den Pächter wechselte, bis am 15.03.1815 die Vorfahren der heutigen Burghofbesitzer, der Landwirt Peter Matthias und seine Frau Anna Catharina Pingen Eigentümer des Guts Burghof wurden.
Knappe 200 Jahre befindet sich Gut Burghof also schon im Familienbesitz der Familie Müller und wird seit dieser Zeit auch durchgehend von dieser bewirtschaftet
Aufnahme 1903
Das bis heute erhaltene Haupthaus und die dazugehörenden Hofgebäude wurden ca. 1840 erbaut. Wahrscheinlich hatte der Burghof auch schon vor 1840 die uns heute bekannte Form. Schon immer umgab ein Wassergraben den Burghof, der bis zum Jahre 1955 mit Wasser gefüllt war. Allerdings hat sich dessen Form im Laufe der Jahrhunderte verändert. Mit dem Bau des Randkanals sank der Wasserspiegel in Widdersdorf, so dass das Wasser im Graben nach und nach versickerte.
Der 2. Weltkrieg ging leider nicht spurlos am Burghof vorbei. In der nahe liegenden Leonardsgasse ging eine Luftmine nieder, deren Luftdruck den Kuhstall und einen Teil der Strohscheune abdeckte. Mehrere Kühe starben, Menschen wurden Gott sei Dank nicht verletzt.

Schon immer war der Burghof bewohnt; bis 1947 lebten bis zu 20 Familienangehörige in den zahlreichen Zimmern des Haupthauses. In den Hofgebäuden und der ehemaligen Töpferei waren die Angestellten des Gutes untergebracht; so gab es mehrere Knechte und Mägde, die auf dem Burghof lebten und arbeiteten.
Seit Bestehen des Gutes Burghof wurde hier Landwirtschaft betrieben - bis heute.
Bis ca. zum Jahre 1960 wurde auf dem Burghof auch Vieh gehalten; so gehörten immer ca. 50 Kühe, 500 Hühner und ein Dutzend Schweine zum Betrieb.
Pferde gab es bis ca. 1950 auf dem Hof, die in der Landwirtschaft zum Einsatz kamen, aber nach und nach durch Traktoren ersetzt wurden.

Die Angehörigen des Burghofes brauchten bis 1960, mit Ausnahme von Salz und Kaffee, keine Lebensmittel zu erwerben: Obst und Gemüse gab es aus dem großen Garten (heutige Pflaumenwiese), Fleisch und Milcherzeugnisse wurden durch das Vieh gewonnen, Zucker gab es von der Zuckerrübenfabrik für die Zuckerrübenernte und die Getreideernte sicherte das Brot.
Der Burghof verfügt über einen großen Baumbestand, zu dem u.a. ein denkmalgeschützter Ginkgobaum und eine Graupappel gehören.
(Jennifer Müller)
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Gut Burghof
